Radikale Selbstannahme: der Weg zurück zu dir
Wertschätze ich die Version von mir, die ich jetzt gerade bin?
Oder bin ich immer schon auf dem Weg zu einer besseren? So wie ich denke, wie ich zu sein habe?
Wenn wir ehrlich in uns hineinspüren, ist es meistens das letztere. Anstatt uns selbst anzunehmen, einfach so, mit allem, was da ist, mit allem, was wir sind, ist unser Blick eher darauf gerichtet, uns weiterzuentwickeln.
Warum ich das als problematisch empfinde und warum meiner Erfahrung nach eine radikale Selbstannahme die Voraussetzung für heilsames, inneres Wachstum ist, erfährst du in diesem Blogartikel.
Was Selbstannahme wirklich bedeutet
Dich selbst annehmen zu können, so wie du gerade bist, also wirklich anzunehmen, ist eine der größten Herausforderungen und zugleich eigentlich so einfach. Naja, einfach schon, aber nicht leicht.
Selbstannahme ist eine innere Bewegung hin zu dir.
Es ist der wohlwollende Blick. Es ist das Mitgefühl mit dir selbst. Und es ermöglicht zugleich einen ehrlichen Blick. Denn wie oft verdrängen wir unsere eigene Unvollkommenheit, projizieren sie ins Außen. Und wenn du jetzt denkst: Oh je, ja, das mache ich ja auch oft, dieses Projizieren ins Außen, das Verdrängen.
Gelingt es dir, dich genau damit anzunehmen?
Selbstannahme bedeutet, den Mut zu haben hinzuschauen und zu sehen, was da ist. Und in diesem Prozess an deiner Seite zu bleiben. Mit dir sanft zu sein, milde. Dein Herz für dich selbst zu öffnen und dich mit liebevollen Augen zu betrachten und mit allem anzunehmen. Dich wertzuschätzen für das, was du geschafft hast, was dich hierher getragen hat, wo du jetzt gerade stehst.
Warum uns Selbstannahme so schwer fällt
Warum gelingt uns das so selten? Hier lohnt sich ein Blick in die gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir leben und in denen wir aufgewachsen sind.
Wir sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, die Leistung belohnt und alles dem Fokus der Selbstoptimierung unterwirft. Eine Gesellschaft, in der wir früh gelernt haben, dass es darum geht, zu funktionieren, „besser“ zu werden und uns anzupassen an das, was von uns verlangt wird.
Diese Prägungen sind tief in uns verwurzelt. Oft so tief, dass wir sie gar nicht mehr als Prägungen erkennen. Sie fühlen sich an wie die Wahrheit.
Und täglich werden wir darin bestätigt. Auch die Welt des persönlichen Wachstums kommt selten ohne den Unterton aus: Du könntest noch mehr sein. Noch gelassener. Noch bewusster. Noch freier. Noch weiter.
Das Paradoxon: Selbstannahme als Voraussetzung für Veränderung
Und jetzt das Paradoxon: Erst wenn es uns gelingt, uns so zu sehen, wie wir sind, uns darin anzunehmen, ist heilsame Veränderug erst möglich. Dann geschieht Veränderung tatsächlich sogar oft wie von alleine. Aber von einem anderen Ort aus.
Sie geschieht sanft, ohne Druck, ohne dich zu erschöpfen. Du bleibst verlässlich bei dir. Veränderung, die aus Selbstannahme kommt, hat eine andere Qualität. Sie entspringt deinem wahren Wesen, sie entsteht aus der Verbindung mit dir selbst.
Selbstannahme auf dem Weg zu dir selbst
„Ich möchte eine Frau sein, die all ihre Gefühle fühlt. Die gelassen reagiert. Die mutig für sich einsteht.“ Vielleicht kennst du solche Sätze. Vielleicht sind es sogar deine eigenen.
Und das ist erstmal nicht verkehrt. Ideale zeigen uns, wohin wir uns sehnen, sie zeigen uns unser Potential.
Aber kannst du dich auch annehmen, bevor du dort angekommen bist? Dich auf dem Weg dorthin annehmen? In dem Moment, in dem du wieder nicht gelassen warst, wieder nicht für dich eingestanden hast, wieder nicht gefühlt hast, was da war?
Genau da, in diesem Moment mit dir zu bleiben, das ist Selbstannahme.
Einladung – eine kleine Übung
Ich möchte dich einladen, mit dir in Kontakt zu gehen. Deine Hand auf dein Herz zu legen und in dich hineinzuspüren. Wahrzunehmen, was jetzt gerade ist.
Vielleicht ist da Unruhe, vielleicht Selbstzweifel, vielleicht tiefe Erschöpfung und Müdigkeit. Vielleicht ist da eine Freude, eine Dankbarkeit. Egal was da ist, du darfst es annehmen.
Sage zu dir: „Ich nehme mich an mit allem, was gerade ist. Ich nehme mich an.“
Spüre nach. Werde sanft mit dir selbst. Nimm dich an mit allem was sich zeigt. Alles ist ok, alles darf sein. Nimm dich auch dann an, besonders dann, wenn es dir gerade nicht gelingen mag. Wenn das Annehmen noch schwer fällt.
Spüre noch einen Moment nach. Vielleicht kommt ein Impuls, etwas, was du jetzt tun möchtest, vielleicht kommt eine Emotion, die gefühlt werden möchte.
Sei sanft und liebevoll mit dir. Vielleicht magst du dich einmal selbst in den Arm nehmen oder dir liebevoll zulächeln. Und dir selbst versichern, dass du da bist. Dass du für dich da bist. Spüre diese Weichheit in dir.
Selbstannahme ist heilsam
Selbstannahme hat etwas zutiefst Heilsames. Denn in dem Moment, in dem es dir gelingt, dich selbst anzunehmen, atmet innerlich etwas in dir auf. Etwas wird weich, was vorher hart war. Es entsteht ein Moment von innerer Sicherheit und du machst die Erfahrung, nicht verlassen zu werden, denn du bleibst bei dir, egal was ist. In deiner gesamten menschlichen Unvollkommenheit wirst du gesehen als das, was du bist: ein Mensch auf seinem Weg, der alles beinhaltet. Nicht nur das Perfekte, sondern eben auch das Unvollkommene. Selbstannahme schafft Frieden, gerade jetzt, in diesem Moment, so wie du bist.
Wenn du dir für Momente der Selbstannahme einen begleiteten sicheren und wertschätzenden Raum wünschst, dann melde dich sehr gerne bei mir.
In meiner 1:1 Begleitung „Zurück zu dir“ öffne ich für dich einen Raum, in dem du wieder in einen bewussten, annehmenden Kontakt zu dir findest. Zurück zu dem, was in dir ist.
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